xperients logo
Menu

RatgeberEntscheidungshilfe 20266 Minuten Lesezeit

WordPress-Alternativen für Unternehmen: behalten oder wechseln?

Nein, die meisten Unternehmen müssen nicht weg von WordPress. PHP2Shell war eine Lücke in PHP, der Sprache unter WordPress, und sie wurde innerhalb eines Tages geschlossen, bei jedem, der jemanden hatte, der sie schließt. Die Frage, die sich lohnt, ist nicht „welche Plattform“, sondern „wer betreibt sie“. Auch wenn ein Neuaufbau nötig ist, bleibt es in den meisten Fällen bei WordPress, sauber aufgesetzt mit wenigen, gepflegten Plugins. Dieser Artikel zeigt, woran Sie erkennen, welcher Weg zu Ihrem Unternehmen passt, was ein Wechsel kostet und was Sie dabei verlieren.

Was PHP2Shell über Ihre Website gesagt hat, und was nicht

PHP2Shell war eine Lücke in PHP, nicht in WordPress. Betroffen waren deshalb auch TYPO3, Drupal, Shopware und Magento, also praktisch jedes System, das auf einem PHP-Server läuft. Wer jetzt von WordPress auf ein anderes PHP-System wechselt, hätte dieselbe Woche erlebt.

Entscheidend war die Reaktionszeit: Wie schnell haben Hoster, Agentur oder eigene IT die Korrektur eingespielt und bestätigt? Unternehmen mit einem klaren Zuständigen hatten nach einem Tag eine Antwort. Unternehmen ohne Zuständigen suchen sie zum Teil noch.

Laut Patchstack (State of WordPress Security 2025) liegen über 90 Prozent der WordPress-Lücken in Plugins, nicht im Core. Plugin-Wildwuchs ist das Risiko, das man steuern kann: Jedes Plugin, das niemand mehr pflegt, bleibt offen, egal welche PHP-Version darunter läuft.

Den aktuellen Stand, den Patch-Status der großen Hoster und eine Vorlage für die Anfrage an Ihren Hoster finden Sie im Lagebild PHP2Shell.

Die vier Wege im Vergleich

Für Unternehmenswebsites gibt es vier realistische Wege. Die Tabelle zeigt, was jeder kostet, was er verlangt und was Sie dabei verlieren.

Kosten netto zzgl. USt. Den Festpreis nennen wir nach dem Audit. Shopify: Basic-Tarif bei jährlicher Zahlung, laut Shopify-Preisliste.
WordPress, gewartetWordPress, neu und schlankStatisch / Headless (ohne PHP zur Laufzeit)Shopify (Shops)
Für wenBestehende Website mit funktionierender StrukturWebsite mit gutem Inhalt, aber 20+ Plugins und altem BuilderMarketing-Website ohne Login, Shop, komplexe FormulareShop ohne Sonderlogik
SicherheitAbhängig von Wartung; mit Staging-Updates und Monitoring sehr gutWie WordPress, gewartet, mit weniger AngriffsflächeZur Laufzeit keine PHP-Angriffsfläche; Risiko verlagert sich auf CMS-Backend und DrittdiensteBetrieb vollständig beim Anbieter
RedaktionVertraut, ohne EntwicklerVertrautNeuer Workflow, oft Entwickler für StrukturänderungenVertraut, eingeschränkt
Kosten einmalig0ab 8.000 €ab 8.000 €, meist mehr als ein WordPress-Neuaufbauab 8.000 € plus Migration
Kosten laufendWartung ab 149 €/QuartalWartungHosting günstig, Entwicklung bei Änderungenab 27 €/Monat plus Apps
Was man verliertNichtsAlte Plugins, manchmal FunktionenFormulare, Suche, Personalisierung nur über Dienste; SEO-UmzugIndividualisierung, Datenhoheit

WordPress-Alternativen für Unternehmen: welche es gibt und für wen

Wer über einen Wechsel nachdenkt, landet meist bei einem dieser Systeme. Die Liste beginnt bei den PHP-Systemen und endet bei den Plattformen ohne PHP.

TYPO3
Enterprise-CMS aus Deutschland für große, mehrsprachige Websites mit Rechte- und Freigabe-Workflows. Teurer in Entwicklung und Betrieb, dafür für Konzerne und Behörden gebaut. Ebenfalls PHP.
Craft CMS, Statamic, Kirby
schlanke PHP-Systeme für Agentur-Websites mit individuellem Design und wenig Plugins. Weniger Angriffsfläche als ein überladenes WordPress, aber kleinere Entwickler-Märkte.
Drupal, Joomla
technisch möglich, in Deutschland für neue Mittelstandsprojekte kaum noch verbreitet; beide PHP.
Webflow, Framer
gehostete Design-Plattformen ohne eigenen Server. Kein PHP, kein Patch-Thema beim Betreiber, aber Abhängigkeit vom Anbieter, Datenhaltung in den USA, begrenzte Logik.
Headless CMS (Storyblok, Contentful, Sanity, Directus) mit statischem Frontend (Astro, Next.js, Hugo)
Inhalte im CMS, Website als vorgebaute Dateien. Sehr schnell, zur Laufzeit kein PHP. Entwicklungsaufwand und laufende Entwicklerkosten höher; für Redaktionen ohne Entwickler oft zu starr.
Shopify
für Shops ohne Sonderlogik. Betrieb komplett beim Anbieter, monatliche Kosten, der Shop selbst nicht von PHP2Shell betroffen.

Wer wegen PHP2Shell wechselt, sollte wissen: TYPO3, Craft, Statamic, Kirby, Drupal und Joomla laufen ebenfalls auf PHP. Ohne PHP zur Laufzeit sind nur gehostete Plattformen und statische Frontends.

Website ohne PHP: wann es sinnvoll ist, wann nicht

„Ohne PHP“ heißt: Beim Aufruf einer Seite läuft auf dem Server kein Programmcode, ausgeliefert werden fertige Dateien. Das macht die Website schnell und verkleinert die Angriffsfläche. Es ist aber keine Abkürzung.

Sinnvoll

  • wenige Redakteure
  • seltene Änderungen
  • keine Logins
  • hohe Performance-Anforderung
  • Compliance-Druck (öffentliche Hand, Konzern-IT)

Nicht sinnvoll

  • Blog mit mehreren Autoren
  • Karriereportal
  • Mitgliederbereich
  • Buchung
  • mehrsprachige Redaktion ohne Entwickler

Eine statische Website ist nicht wartungsfrei. Sie verschiebt die Wartung vom Server zum Build-Prozess und zu den Diensten dahinter.

Entscheidungsbaum: Welcher Weg passt zu Ihrem Unternehmen?

Höchstens drei Fragen, eine Richtung. Der Baum ersetzt kein Audit, aber er zeigt, in welche Gruppe Ihr Unternehmen wahrscheinlich gehört.

Betreiben Sie einen Shop?

  • Ja

    Weiter mit der Frage nach der Sonderlogik.

  • Nein

    Weiter mit der Frage nach Login, Mitgliedern und Buchung.

Braucht der Shop Sonderlogik, etwa B2B-Preise, ERP-Anbindung oder Konfiguratoren?

Gibt es Login, Mitgliederbereich oder Buchung?

  • Ja

    WordPress, gewartet oder neu.

  • Nein

    Weiter mit der Frage nach der Redaktion.

Mehr als zwei Redakteure oder wöchentliche Änderungen?

Was ein Wechsel kostet, was man leicht vergisst

Die Rechnung für die neue Plattform ist selten der größte Posten. Teuer werden die Arbeiten drumherum:

  • Redirects und SEO-Umzug. Jede alte URL braucht ein Ziel. Fehlen Weiterleitungen, verlieren Sie Rankings, die über Jahre gewachsen sind.
  • Inhalte migrieren. Texte, Bilder, Downloads und Metadaten ziehen um. Dabei wird meist auch aufgeräumt, und das kostet Zeit.
  • Formulare und Tracking neu. Kontaktformulare, Newsletter-Anbindung, Consent-Banner und Analytics werden neu eingerichtet und getestet.
  • Schulung. Redakteure lernen einen neuen Workflow. Ohne Schulung landet jede Änderung wieder beim Entwickler.

Zeit: 6 bis 14 Wochen. Die alte Website bleibt bis zum Umzug online.

Unsere Haltung

Wir bauen WordPress, WooCommerce und Shopify und haben kein Interesse, Ihnen einen Wechsel zu verkaufen, der nichts bringt. Das Audit endet in einem von drei Ergebnissen, und „behalten“ ist eines davon.

Audit anfragen

FAQ

Häufige Fragen zu WordPress-Alternativen

Autor: Serhat Kaya, Managing Partner · Fachlich geprüft: Alexander Fichtl, Partner & Head of Development · Zuletzt aktualisiert:

chevron-downchevron-right